Wie funktioniert eine Steirische Harmonika?

Wie eine Steirische Harmonika funktioniert, scheint zunächst ziemlich einfach zu sein: Du drückst einen Knopf und bewegst gleichzeitig den Balg. Doch wenn du einmal das Innere einer Harmonika betrachtest, erkennst du, dass sich hinter diesem vermeintlich einfachen Prozess ein komplexer Mechanismus verbirgt…

Inhalt

Eine 4-reihige Steirische Harmonika besteht aus bis zu 2.500 Einzelteilen und im Wesentlich aus drei Hauptkomponenten: die Diskanteseite, dem Balg und der Bassseite.

Die Diskantseite

Die Diskantseite besteht aus einer Anordnung von Knöpfen und einem Verdeck. Das Verdeck hat sowohl eine dekorative Funktion als auch einen gewissen Einfluss auf den Klang der Harmonika. Zusätzlich schützt es aber auch die Mechanik und verdeckt verschiedene Hebel, die in Bewegung gesetzt werden, wenn man einen Knopf drückt.

Wenn ein Knopf gedrückt wird, bewegt sich der entsprechende Hebel nach oben und es werden drei Löcher sichtbar. Durch diese Löcher strömt Luft ein oder aus, wodurch eine oder mehrere Stimmzungen in Schwingung versetzt werden. Dieser Mechanismus funktioniert sowohl auf der Diskantseite als auch auf der Bassseite.

Aufgrund dieser Funktionsweise erzeugt das Instrument unterschiedliche Töne beim Drücken und Ziehen, was als Wechseltönigkeit oder Diatonik bezeichnet wird.

Gut zu wissen: Das Verdeck der Harmonika kann mit verschiedenen Oberflächen gestaltet werden, beispielsweise aus Metall oder Holz. Das ermöglicht dir, das Aussehen des Verdecks ganz nach deinen individuellen Wünschen anzupassen.

Die Stimmstöcke

In einer vierreihigen Harmonika sind insgesamt vier Stimmstöcke verbaut, wobei jeder Stimmstock eine Reihe darstellt. Die Funktionsweise der Stimmstöcke ähnelt der einer Mundharmonika. In ihnen sind die Stimmzungen zusammen mit den Ventilen eingebaut. 

Wenn man auf einen Knopf in einer Reihe drückt, beginnt die entsprechende Stimmzunge zu schwingen. Jeder Knopf ist mit einer einzelnen Stimmzunge verbunden, die durch den Luftstrom in Schwingung versetzt wird und somit einen Ton erzeugt.

Der Balg

Der Balg ist der dritte Hauptbestandteil einer Steirischen Harmonika. Er besteht aus einem faltbaren Material, das zwischen den Diskant- und Bassseiten angebracht ist. Der Spieler bedient den Balg, indem er ihn öffnet und schließt, um Luft in die Harmonika herein bzw. herauszulassen und Töne zu erzeugen.

Tipp: Beim Balg gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie man ihn gestalten kann. Farben, Motive, viele grafische Sachen, die man verwirklichen kann.

Die Bassseite

Die Bassseite der Steirischen Harmonika ist mit Bassplatten ausgestattet, die typisch für ihr tiefen Bass sind. Dies unterscheidet sie auch von einem Akkordeon.

Der Basston wird durch die Stimmzungen erzeugt, wobei die Stimmzungen auf der Bassseite im Vergleich zur Diskantseite größer sind. Der satte und tiefe Klang entsteht durch die Resonanzbox auf der Bassseite. Das ist ein kleiner hohler Kasten, auf dem die Stimmzungen platziert werden.

Lufttaste

Auf der Bassseite befindet sich ein Luftknopf bzw. eine Lufttaste. Früher wurde mehr mit Luftknopf gespielt, seit vielen Jahren ist es tatsächlich viel mehr die Lufttaste geworden. Diese Taste wird mit dem Handballen des Daumens gedrückt, um Luft zu holen. Wenn die Lufttaste gedrückt wird, öffnet sich im Inneren der Harmonika ein Lufthebel, der es ermöglicht, Luft einströmen zu lassen.

Das kannst du dir so vorstellen: Beim Beginn des Spiels drückt man die Lufttaste, um Luft in die Harmonika zu bringen. Sobald ausreichend Luftvolumen in der Harmonika vorhanden ist, kann man mit dem Spiel beginnen. Beim Spielen wird kontinuierlich Luft benötigt, und genau dafür dient der Luftknopf bzw. die Lufttaste.

Gut zu wissen: Der Luftknopf wurde früher speziell in der Steiermark, Kärnten, im Burgenland oder teilweise in Niederösterreich gespielt. Mittlerweile werden die meisten neuen Instrumente mit Lufttaste gespielt.

Die Steirische Harmonika ist ein faszinierendes Instrument, das mit seinem charakteristischen Klang und seiner Vielseitigkeit begeistert. Du hast in diesem Beitrag bereits einen guten Einblick in die Funktionsweise der Harmonika gewonnen: vom Drücken der Knöpfe auf der Diskant- und Bassseite bis hin zur Bewegung des Balgs und dem Zusammenspiel der Stimmzungen.

Hinter der vermeintlich einfachen Bedienung der Harmonika steckt ein komplexer Mechanismus. Der Korpus, die Stimmzungen, die Stimmplatten, der Resonanzkörper, und viele weitere Sachen tragen alle dazu bei, den einzigartige Klang der Steirischen Harmonika zu erzeugen.

Wenn du noch tiefer in die Welt der Steirischen Harmonika eintauchen möchtest, empfehle ich dir das Interview auf unserer Lernplattform mit Franz Schmidt anzusehen. Dort erhältst du detaillierte Einblicke und weitere interessante Fakten rund um die Quetschn.

Richi Abenthung sitzt mit seiner Steirischen Harmonika auf einem Fels

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