Eine festliche Zeitreise: Wintertraditionen und Kindheitserinnerungen

Der erste Schnee markiert für mich nicht nur den Beginn des Winters, sondern auch den Startschuss für eine ganz besondere Zeit voller Traditionen und einprägender Erinnerungen. Vom Aufstellung der Krippe bis zu deftigen Schneeballschlachten, von herzerwärmenden Weihnachtsliedern bis zum leuchtenden Silvesterfeuerwerk – all das verkörpert bis heute noch die Adventszeit. Viel Freude beim Lesen!

Inhalt

Der Zauber des ersten Schnees

Als die ersten Schneeflocken vom Himmel gefallen sind, bin ich als Kind runter in den Keller, um den Krippenbausatz zu holen und aufzubauen. Auch heute noch bauen wir sie jedes Jahr auf, damit sie rechtzeitig zu Weihnachten steht. Gleichzeitig habe ich auch meine Freunde für eine deftige Schneeballschlacht zusammengetrommelt.

Adrenalin pur: Unvergessliche Bobabenteuer mit Freunden

Ganz lustig war es auch beim Schlittenfahren. Oft ist das leider nicht so gut gegangen, weshalb wir irgendwann auf Bobs umgestiegen sind.

Neben unserem Haus hatte der Nachbar eine Hecke mit einem schmalen Durchgang, wo der Bob durchgepasst hat. Meine Freunde und ich haben darin die Gelegenheit für eine improvisierte Sprungschanze gesehen.

Vom höchsten Punkt aus sind wir heruntergerast. Haben beschleunigt. Sind über die Schanze abgehoben. Und mit dem Bob mehrere Meter durch die Luft geflogen! Das Einzige, was uns aufgehalten hat, war der Zaun am Ende des Grundstücks, der aus Fichten bestand.

Wenn wir nicht rechtzeitig bremsen konnten, landeten wir unter den Bäumen und sind gegen die Stämme gekracht, die uns abrupt abgebremst haben. Am Ende war das Schlimmste daran, dass die Fichtennadeln überall in unseren Skianzügen gelandet sind. Abends war mein ganzer Körper mit Fichtennadeln übersät. Kein angenehmes Gefühl – aber witzig war’s! 

Raketenzauber: Erinnerungen an den Jahreswechsel

Für mich war die Vorfreude auf Weihnachten eng mit der Spannung auf Silvester verbunden. Es gehörte für mich einfach dazu.

In unserer Gemeinde, in Birkfeld, wo mein Elternhaus steht, gab es einen Baumarkt, in dem Feuerwerkskörper verkauft wurden. Sobald die Raketen Ende November auf Lager waren, ging ich jeden Tag hin, um sie mir anzuschauen und vorzustellen, wie ich die Raketen schießen werde.

Als Kind bekam ich leider nur Knallerbsen – für die richtigen Raketen musste ein Erwachsener dabei sein. Und da hat mir mein Opa oft geholfen, die gescheiten Raketen zu bekommen. Heute sehe ich das alles natürlich aus einem anderen Blickwinkel und muss zugeben, dass ich dankbar bin, alle meine Finger zu haben.

Familienschätze und Weihnachtslieder

Meine Oma hatte damals ein Gästehaus und es gehörte zur Tradition, Weihnachten mit den Gästen zu verbringen. Oft begannen wir im kleinen Familienkreis, bevor wir uns dann mit den Gästen zusammengesetzt haben. Ein lang gehüteter Schatz, waren die Liederbücher von meiner Oma, die wir immer dabei hatten, um gemeinsam zu singen. Meistens waren es immer die gleichen Lieder – doch im Laufe der Zeit erweiterten wir unser Repertoire, wenn neue Leute dazukamen.

Weihnachten mit Mietern und neuen Liedern

Später wurde das Gästehaus zu einem Wohnhaus umgebaut. Die Tradition ist jedoch geblieben, da wir Weihnachten auch gemeinsam mit den Mietern verbracht haben. Die ebenfalls neue Lieder mitgebracht haben. Oder wie meine Frau Elisabeth, die einmal „Maria durch ein Dornwald ging“ mitgebracht hat – ein Lied, das wir sonst nie gesungen hätten.

Bei uns wurde zu Weihnachten immer musiziert, oft mit meinem Vater auf der Harmonika und meiner Oma, die dazu gesungen hat. Wir wechselten uns bei den Instrumenten ab, aber das Schönste war immer, wenn wir beide die Harmonika spielten. Mit meinem Vater, von dem ich auch die Freude zur Harmonika mitbekommen habe. 

Musikalische Weihnachtsreisen: Von Strallegg bis heute mit der Schwiegerfamilie

Wenn wir am Tag nach Heiligabend bei Verwandten in Strallegg eingeladen waren, habe ich die Harmonika mitgenommen, da sie selbst keine Instrumente gespielt haben. Sie sangen höchstens, und das auch nicht immer. Für mich war es immer schön, Stücke auf der Quetschn zu spielen, die Kerzen anzuzünden und die Weihnachtslieder zu singen.

Auch heute noch spiele ich mit meiner Schwiegerfamilie Weihnachtsmusik. Meine Frau, Elisabeth und ihre Schwester spielen Gitarre – auch ein Keyboard haben sie. Das gehört für mich einfach dazu: die schönen Weihnachtslieder, Kerzen anzünden, die Musik, gemeinsam einstimmen.

Adventskranz, Christkindlmärkte und Geschenke

Ganz besonders war auch das Adventskranzbinden mit meiner Mutter. Wir sind in den Wald gegangen, um die passenden Zweige zu suchen und den Adventskranz zu binden. Jeden Sonntag haben wir uns mit der ganzen Familie zusammengesetzt, die Kerzen angezündet und haben „Wir sagen euch an den lieben Advent.“ gesungen.

Neue Weihnachtserlebnisse während der Studienzeit

Erst während meines Studiums lernte ich den Christkindlmarkt kennen. Auf dem Land war das nicht üblich, und ich war beeindruckt von der festlichen Atmosphäre. Hin und wieder war es während des Studiums auch so, dass wir nach einer Lehrveranstaltung für ein Glas Glühwein zum Christkindlmarkt gegangen sind – zugegeben – manchmal war es auch vormittags 😎. Und bei unserer ersten gemeinsamen Weihnachtsfeier mit dem Quetschn Team waren wir auch auf dem Christkindlmarkt und haben es uns bei einem Glühwein richtig gut gehen lassen.

Der bewachte Christbaum: Rituale und Vorfreude auf das Schmücken

Bei uns war es üblich, dass der Raum mit dem Christbaum immer gut bewacht und abgesperrt war, damit das Christkind ihn in Ruhe schmücken und die Geschenke herrichten konnte. An Heiligabend haben wir gemeinsam ferngesehen, bis eine Glocke erklang und wir den Christbaum bewundern konnten.

Es war jedes Jahr ein strahlender Christbaum: Kerzen, Spritzkerzen, Kugeln und die Geschenke lagen auch schon unterm Baum. Während die Kerzen noch brannten gehörte es für uns dazu, mit der Harmonika “Stille Nacht” zu spielen und dazu zu singen. Dann haben wir die Kerzen ausgeblasen, und die Geschenke ausgepackt. Ein wirklich unglaubliches Erlebnis, an das ich mich heute noch gerne zurückerinnere.

Unsere süßen Weihnachtstraditionen

Ein weiteres Highlight war für mich auch das Keksebacken mit meiner Mutter. Bei uns gab es immer die gleichen Sorten: Vanillekipferl, Lebkuchen und an die anderen Sorten kann ich mich nur vage erinnern. Wenn wir dann zu den Verwandten gefahren sind, hatten diese viele verschiedene Mehlspeisen, aber am liebsten hatte ich die Rumkugeln.

Ich bin froh, dass mich die Harmonika seit meiner Kindheit begleitet. Kein Weihnachten hatte ich musikalisch ausgelassen. – Auch, wie ich in meiner Jugend mal 3 Jahre fast gar nicht gespielt hatte. 

Ich liebe die weihnachtliche Zeit und ich liebe die weihnachtliche Musik. Ich würde mich freuen, wenn ich mit dir einen Verbündeten gefunden habe, der die Weihnachtmusik mit der Harmonika in die Welt hinausträgt. 

Auf herzerwärmende Klänge!

Dein Thomas

Thomas Holzer kniet mit seiner Steirischen Harmonika

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