Was glaubst du, haben Tennisspielen und Harmonikaspielen gemeinsam?
Auf den ersten Blick vermutlich eher weniger. Das eine ist eine Sportart, das andere macht Musik.
Aber wenn du genauer hinschaust, findest du erstaunlich viele Gemeinsamkeiten: Beides braucht Gefühl, Rhythmus, regelmäßiges Training und vor allem einen klaren Kopf. Genau das ist mir selbst erst so richtig aufgefallen, seit ich neben der Harmonika auch Tennis spiele.
Dabei gibt es Situationen, die sich auf dem Tennisplatz fast genauso anfühlen wie beim Harmonikaspielen …
Wenn plötzlich alles weg ist
Ich stehe auf dem Tennisplatz. Der Ball kommt auf mich zu und plötzlich schießen mir zehn verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf, wohin ich den Ball jetzt schlagen könnte.
Dieses Gefühl kennen viele auch beim Harmonikaspielen. Du sitzt daheim auf dem Sofa und spielst dein Stück – alles läuft gut. Doch sobald du das Stück anderen Leuten vorspielst, weißt du auf einmal nicht mehr weiter und ein kompletter Teil ist wie weggewischt.
In diesem Moment denkt man sich oft: “Bin ich eigentlich komplett verrückt?”
Nein, bist du nicht. Das ist völlig normal und menschlich – und genau hier beginnt die erste große Gemeinsamkeit zwischen Tennis und Harmonika:
Training vs. Match: Warum die Nerven auf der Couch ruhig bleiben
Daheim auf der Couch ist dein Training. Das Vorspielen vor anderen ist dein Match.
Auf dem Tennisplatz sehe ich das immer wieder: Beim Aufwärmen werden die Bälle locker und präzise über das Netz gespielt. Kaum beginnt das Match und es geht plötzlich um Punkte, wird der Schlag unsicher und der Ball landet ganz woanders als geplant.
Beim Harmonikaspielen passiert exakt das Gleiche. Zuhause läuft das Stück flüssig, doch sobald der Partner, die Kinder oder Bekannte im Raum sitzen und zuhören, verändert sich alles. Du machst Fehler an Stellen, die du eigentlich im Schlaf beherrschst, und die Nervosität steigt dir in den Kopf.
Warum ist das so?
Weil wir uns selbst Druck machen. Das Problem ist oft gar nicht, dass du das Stück nicht kannst, sondern dass du es nicht gewohnt bist, es unter Anspannung zu spielen.
Was du dagegen tun kannst:
Versetze dich schon beim Üben bewusst in eine kleine Auftrittssituation. Filme dich zum Beispiel mit dem Handy beim Spielen oder nimm dir vor, das Stück einmal deinem Partner oder deiner Familie vorzuspielen.
So gewöhnst du deinen Kopf Schritt für Schritt daran, auch dann ruhig zu bleiben, wenn jemand zuhört. Du trainierst damit nicht nur deine Finger, sondern auch deinen Kopf.
Der Treffpunkt: Warum Rhythmus Sicherheit bringt
Im Tennis entscheidet der Treffpunkt des Balls. Bist du einen Bruchteil einer Sekunde zu früh oder zu spät, fliegt der Ball ins Netz oder weit ins Aus.
Auf der Harmonika ist der Rhythmus dein Treffpunkt.
Wenn die rechte und die linke Hand nicht sauber zusammenspielen, verlierst du sofort die Sicherheit. Du fällst aus dem Takt und genau dadurch wird es schwierig, ein Stück flüssig bis zum Ende zu spielen.
Beim Harmonikaspielen geht es deshalb nicht darum, einfach nur die richtigen Knöpfe zu drücken. Du musst aus den einzelnen Tönen ein Musikstück machen, den Rhythmus spüren und Melodie und Bass miteinander verbinden.
Das merke ich auch beim Tennis: Wenn ich wenig Zeit zum Nachdenken habe, passt mein Treffpunkt meistens automatisch. Sobald ich aber zu viel Zeit habe und anfange, darüber nachzudenken, wo genau der Ball landen soll, wird die Sache unsicherer.
Beim Harmonikaspielen ist es ganz ähnlich: Wer jeden einzelnen Griff zerdenkt, steht sich schnell selbst im Weg.
Fehler sind menschlich: Warum ein Patzer kein Drama ist
Auf dem Tennisplatz passiert es ständig. Du verschlägst einen Ball, der Punkt geht an den Gegner – und eigentlich ist die Sache damit erledigt.
Wenn du aber nach dem Fehler stehen bleibst, dich ärgerst und den Kopf hängen lässt, nimmst du diesen Fehler mit zum nächsten Punkt. Und plötzlich wird aus einem kleinen Patzer ein Problem, das sich durch das ganze Spiel zieht.
Beim Harmonikaspielen ist es dasselbe.
Glaubst du, wir Harmonikalehrer haben in den letzten 20 Jahren keine Fehler auf der Harmonika gemacht? Unheimlich viele. So viele, dass man sie gar nicht mehr zählen kann.
Der einzige Unterschied: Wir machen kein großes Drama daraus. Wir spielen weiter oder schauen beim Üben an, warum der Fehler passiert ist, damit er beim nächsten Mal nicht wieder passiert.
Gerade beim Vorspielen ist das wichtig. Wenn du mitten im Stück komplett aufhörst, merken die Zuhörer sofort, dass etwas nicht stimmt. Wenn du dagegen einen falschen Ton erwischst und einfach im Rhythmus weiterspielst, fällt das vielen wahrscheinlich gar nicht auf.
Merke: Ein Fehler ist nämlich nicht das Problem. Erst wenn du dich von ihm aus dem Rhythmus bringen lässt, wird er zum Problem.
Die 15-Minuten-Regel: Wie du wirklich Fortschritte machst
Beim Tennis habe ich gelernt, dass ich nicht besser werde, wenn ich einmal in der Woche 6 Stunden am Stück auf dem Platz stehe und danach keine Kraft mehr habe.
Fortschritte entsteht durch Regelmäßigkeit. Lieber zwei- oder dreimal pro Woche trainieren, als einmal eine riesige Trainingseinheit hinzulegen und danach eine Woche Pause zu machen.
Auf der Harmonika ist das genauso. Es bringt dir viel mehr, wenn du dir öfter in der Woche 15 bis 30 Minuten Zeit nimmst und die Harmonika umhängst, als einmal am Wochenende 3 Stunden am Stück zu üben.
Merke: Unser Gehirn und auch unsere Finger lernen durch Wiederholung und Regelmäßigkeit. Kleine Schritte haben deshalb auf Dauer eine riesige Wirkung.
Selbstvertrauen: Nicht alles zerdenken
Und dann gibt es noch eine Sache, die Tennis und Harmonika ganz besonders verbindet: Du musst dir selbst vertrauen.
Wenn du anfängst, jeden einzelnen Schritt zu zerdenken, funktioniert es meistens nicht besser. Im Gegenteil: Der Kopf wird immer voller und irgendwann weißt du gar nicht mehr, was du eigentlich machen wolltest.
Deshalb hilft es, einen klaren Fokus zu finden. Atme einmal tief durch, komm ins Gefühl zurück und konzentriere dich auf das, was du gerade spielst.
Und ganz wichtig: Hab Freude dabei. Lächle, wenn du spielst, genieße den Moment und erlaube dir auch einmal, nicht alles perfekt machen zu müssen.
Mein Fazit: Tennis hat mir beim Harmonikaspielen die Augen geöffnet
Tennis spielen hat mir beim Harmonikaspielen wieder ein Stück weit die Augen geöffnet. Manchmal wird man über die Jahre einfach etwas “betriebsblind” und merkt gar nicht mehr, wie viele Dinge beim Musizieren eigentlich im Kopf passieren.
Tennis und Harmonika haben deshalb erstaunlich viel gemeinsam: Körpergefühl, Rhythmus, regelmäßiges Training, mentale Stärke und den Umgang mit Fehlern.
Und beide haben mir dieselbe Lektion gezeigt: Du musst nicht perfekt sein, um gut zu spielen. Du musst lernen, im Rhythmus zu bleiben, auch wenn einmal etwas danebengeht.
Wenn du beim Üben oft im Kopf feststeckst, zu viel zerdenkst oder nicht weißt, wie du ein Stück richtig lernen sollst, musst du das nicht alleine herausfinden.
Mit unserer Harmonika Lernreise bekommst du genau dafür einen klaren Weg. Du lernst mit praxisnahen Übungen neue Fähigkeiten und wendest sie direkt in passenden Stücken an. So wächst nicht nur dein Können, sondern ganz nebenbei auch dein Repertoire – und du gewinnst immer mehr Sicherheit beim Spielen.
Denn genau darum geht es am Ende: weniger zerdenken, mehr spielen und dabei Schritt für Schritt sicherer werden.
Wenn du mehr über die Harmonika Lernreise erfahren möchtest, findest du hier alle Infos.


