5 überraschende Erkenntnisse, um dein Harmonikaspiel zu verbessern

Celia zeigt fünf Finger als Symbol für fünf wertvolle Erkenntnisse, die dein Harmonikaspiel verbessern.

Inhalt

Was brauchst du eigentlich, um dein Harmonikaspiel verbessern zu können? Eine teure Harmonika? Möglichst viel Übungszeit? Perfekte Fingertechnik? Oder einfach besonders viel Talent?

Wenn du gerade beim Lernen bist, hast du dir diese Fragen vielleicht schon selbst gestellt. Und wahrscheinlich auch schon die eine oder andere Antwort darauf gefunden.

Doch nach vielen Jahren als Lehrerin weiß ich: Manche Dinge, von denen wir glauben, dass sie für den Lernerfolg wichtig sind, sind es gar nicht. Und umgekehrt gibt es ein paar Dinge, die leicht übersehen werden, obwohl sie beim Harmonikaspielen einen großen Unterschied machen können.

Diese 5 Erkenntnisse schauen wir uns genauer an:

1. Dein Instrument ist weniger entscheidend, als du denkst

Viele glauben, sie brauchen erst das perfekte Instrument, um richtig gut Harmonika spielen zu können. Am besten eine edle Einzelanfertigung für 10.000 € oder noch mehr, schließlich kann es ja nur daran liegen, dass die eigenen Stücke noch nicht so wie beim Profi klingen …

Natürlich ist ein gut funktionierendes Instrument wichtig. Aber ob es eine teure Einzelanfertigung oder eine gute gebrauchte Harmonika ist, macht für deinen Lernerfolg kaum einen Unterschied.

Denn was bringt dir die teuerste Harmonika, wenn deine Finger die Griffe noch nicht sicher finden? Viel wichtiger ist, dass du die Koordination deiner beiden Hände aufbaust, die richtigen Knöpfe triffst und mit deinem Gehör bemerkst, wenn etwas nicht so klingt, wie es soll.

Kurz gesagt: Nicht deine Harmonika spielt das Stück, du tust es.

Bevor du also über die nächste „noch bessere“ Harmonika nachdenkst, frag dich lieber: Wie viele Stücke kann ich mit meinem jetzigen Instrument schon sicher und flüssig spielen?

2. 15 Minuten täglich üben: Nimm dir selbst den Druck raus

Du hast wahrscheinlich schon einmal gehört: 15 Minuten am Tag reichen aus, um auf der Steirischen Harmonika Fortschritte zu machen. Und tatsächlich können kurze, regelmäßige Übungseinheiten viel bewirken.

Der Denkfehler entsteht allerdings, wenn aus den 15 Minuten plötzlich ein Gesetz wird. Dann sitzt du vielleicht an einem stressigen Dienstagabend da, hast eigentlich keine Lust und denkst trotzdem: “Verdammt, ich muss heute noch meine 15 Minuten machen.”

Und genau da wird aus einer hilfreichen Routine unnötiger Druck.

Sieh die 15 Minuten deshalb lieber als Richtwert und Einladung zum Spielen, nicht als Pflichtprogramm. Wenn die Familie, der Beruf oder einfach das Leben dazwischenkommen und du zwei Tage nicht an deiner Harmonika sitzt, geht dein Fortschritt nicht gleich verloren.

Viel wichtiger ist, dass du langfristig dranbleibst und Freude am Spielen hast. Denn 15 Minuten mit Spaß bringen dir mehr als eine Stunde, die du nur deshalb übst, weil du ein schlechtes Gewissen hast.

3. Das Smartphone ist dein bester Übungs-Partner

Es klingt zunächst vielleicht etwas komisch: Dein Smartphone kann dir dabei helfen, dein Harmonikaspiel zu verbessern. 

Und nein, damit meine ich nicht, dass du dir beim Üben ständig neue Videos anschauen sollst. 😉 Viel wertvoller ist es, dich selbst beim Spielen zu filmen.

Denn während du spielst, hat dein Kopf alle Hände voll zu tun. Du konzentrierst dich auf die Griffe, den Bass, den Rhythmus und darauf, was als Nächstes kommt. Kleine Wackler oder rhythmische Unsicherheiten fallen dir dabei oft gar nicht auf.

Auf der Aufnahme hörst und siehst du dein Spiel plötzlich mit anderen Ohren und Augen. Du bemerkst Stellen, bei denen der Rhythmus noch nicht ganz rund läuft, ein Griff unsicher wirkt oder du kurz ins Stocken kommst.

Wenn dir ein Video anfangs noch zu viel ist, dann kann anfangs eine Tonaufnahme auch schon helfen. Jedes Smartphone hat einen Sprachrecorder vorinstalliert, mit dem du dein Spiel aufnehmen kannst.

Noch einen Vorteil hat das Ganze: Du trainierst gleichzeitig den Ernstfall.

Sobald die Kamera läuft, steigt der Puls bei vielen ein kleines bisschen. Genau das macht die Aufnahme so wertvoll, wenn du irgendwann vor anderen Menschen spielen möchtest. Du gewöhnst dich daran, auch dann weiterzuspielen, wenn gerade ein bisschen Nervosität mit am Tisch sitzt.

Also: Handy aufstellen, Aufnahme starten und einfach losspielen.

4. Einmal ist keinmal: Warum “halbwegs richtig” noch nicht sitzt

Kennst du das? Du übst eine schwierige Stelle, probierst sie ein paar Mal und plötzlich klappt sie. Jackpot! Du denkst dir: “Passt, die kann ich.” Am nächsten Tag greifst du wieder zur Harmonika und plötzlich klappt der Griff nicht mehr …

Das liegt daran, dass ein Griff, der einmal zufällig funktioniert, noch lange nicht sicher abgespeichert ist. Neue Spieltechniken und schwierige Stellen müssen wiederholt werden, damit deine Bewegungen immer automatischer ablaufen.

Deshalb gilt beim Üben: Spiele eine schwierige Stelle nicht nur so lange, bis sie einmal richtig ist, sondern wiederhole sie so lange, bis sie zuverlässig richtig funktioniert.

Dabei musst du nicht hundertmal das komplette Stück von vorne spielen. Nimm dir lieber genau die Stelle vor, die noch nicht sitzt, und übe diese gezielt. Erst wenn deine Finger wissen, was sie zu tun haben, ohne dass du jeden einzelnen Griff bewusst überlegen musst, kannst du sagen: Jetzt sitzt es wirklich.

5. Dein Umfeld entscheidet über deinen langfristigen Erfolg

Beim Harmonikalernen denken wir meistens an Übungszeit, Technik und die richtige Lernmethode. Ein Faktor wird dabei leicht übersehen: dein Umfeld.

Stell dir einen leidenschaftlichen Skifahrer vor, der weit und breit kein Skigebiet hat. Seine Freunde können mit Skifahren überhaupt nichts anfangen und jedes Mal, wenn er davon erzählt, erntet er nur ein Schulterzucken.

Klar kann er trotzdem Skifahren lernen. Aber wie lange wird seine Begeisterung wohl anhalten?

Beim Harmonikaspielen ist es ähnlich. Wenn du Menschen um dich hast, die sich über deine Fortschritte freuen, dich gerne spielen hören und dich vielleicht sogar dazu ermuntern, bei einer Feier ein Stück zum Besten zu geben, macht das einen gewaltigen Unterschied.

Du kannst dein Umfeld dabei sogar aktiv einbeziehen. Spiele zum Beispiel bei einer Familienfeier ein Stück, nimm deine Harmonika mit zu einem geselligen Abend oder nutze dein Können, um anderen eine Freude zu machen – vielleicht bei einem Vereinsfest, im Seniorenheim oder bei einem kirchlichen Anlass.

Denn plötzlich ist deine Harmonika nicht mehr nur ein Instrument, das in der Ecke steht und auf die nächste Übungseinheit wartet. Sie wird zu etwas, das Menschen verbindet.

Und genau das kann unglaublich motivierend sein. Wenn du merkst, dass dein Spielen anderen Freude bereitet, hast du einen ganz anderen Grund, dranzubleiben.

Was du daraus mitnehmen kannst, um dein Harmonikaspiel verbessern zu können

Um dein Harmonikaspiel verbessern zu können, brauchst du nicht automatisch mehr Geld für dein Instrument auszugeben oder jeden Tag stundenlang zu üben.

Oft sind es die kleinen Dinge, die den größten Unterschied machen: regelmäßig statt perfekt, gezielt statt planlos, aufnehmen statt nur selbst zuhören und spielen, um anderen eine Freude zu machen.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis von allen: Du musst nicht erst ein perfekter Harmonikaspieler sein, um Freude mit deiner Harmonika zu haben.

Fang dort an, wo du gerade bist. Nimm deine Harmonika zur Hand. Und spiel.

Denn am Ende geht es beim Harmonikaspielen nicht darum, möglichst schnell möglichst perfekt zu werden. Es geht darum, dass du immer wieder gerne zur Harmonika greifst und dabei Schritt für Schritt besser wirst.

Celia mit einer Steirischen Harmonika um die Schultern